Die verstrickte Dienstagsfrage 09/2015

Hat sich Dein Strickgeschmack im Laufe der Jahre hinsichtlich der verwendeten Garne, der bevorzugten Projekte und/oder der Art der Modelle verändert? Was hast Du früher ge- bzw. verstrickt, was strickst Du heute und worauf führst Du den Wandel -sofern es einen gibt- zurück?

Ja, mein Geschmack hat sich im Lauf der Jahre hinsichtlich der verwendeten Garne, der bevorzugten Projekte und/oder der Art der Modelle verändert – und zwar sehr stark. 🙂 Als ich 2008 wieder mit dem Stricken begonnen habe, durfte die Wolle erstmal nicht viel kosten und es sollte ein einfaches Projekt sein – also habe ich mir irgendwo im Ausverkauf reduziertes Baumwollgarn und dazu passendes Fusselgarn gekauft und einen Pulli gestrickt. Schon beim zweiten Projekt war ich schlauer, so Fusselgarn würde ich nie mehr anfassen – aber ein Baumwollgarn ist es geblieben…
Ende 2009 wurde ich das erste Mal auf ein Strickprojekt in einem Blog aufmerksam – Gabi hatte zum „Heidetuch-Wettstricken“ aufgerufen. Ich hatte zwar keine Sockenwollreste, war aber hochmotiviert, hatte den Werksverkauf von Coats und Schachenmayer in der Nähe und so ist mein erstes großes Tuch entstanden, das ich auch heute noch gerne trage.
Anfang 2010 passierte eine kleine verrückte Geschichte und ich lernte durch meinen Blog erstmal andere strickbegeisterte Frauen in Stuttgart kennen. Als ich zum ersten Stricktreff mit meinem angefangenen gelben Baumwollgarn-Pulli auftauchte, wurde ich milde belächelt. Und ich selbst habe gestaunt ohne Ende – was gab es da alles für tolle Wolle. Und tolle Muster. Irgendwann erzählten mir die Mädels von Ravelry und ich habe mich kurzentschlossen auch angemeldet. Bei diesen Stricktreffs habe ich auch Suzane aka „Zauberglöckchen“ kennengelernt und es dauerte nicht lang, bis sie mich mit ihren handgefärbten Garnen verführt hatte und ich mich an mein erstes Jackenprojekt wagte. Und kurz darauf folgte Jacke Nummer 2, ebenfalls mit handgefärbtem Garn von ihr. 2011 zogen wir von Stuttgart in den Norden Münchens um – und damit in die Nähe zur Wollmeise. Dank Ravelry hatte ich schon mal von der tollen Wolle gehört und im Juli 2011 war ich das erste Mal im Laden in Pfaffenhofen. Und ich war völlig geflasht und begeistert. Im August war ich dann gleich nochmal dort, hatte ich doch die Chance, Leute kennen zu lernen, die ich bisher nur über Ravelry kannte. Aus einer dieser Begegnungen ist im Lauf der Zeit eine wunderbare Freundschaft entstanden und so war es für mich völlig logisch, mit Sabine zusammen im Juni 2012 nach Leipzig zum Wollefest zu fahren. Danach war ich endgültig geheilt von schnödem, billigem Industriegarn. Gab es doch so viel schöneres zu kaufen. 🙂 Tja, und seit sich Sabine 2013 mit ihrem Wollladen selbstständig gemacht hat, habe ich mehrmals im Jahr die Möglichkeit, auf Wollfesten zu sein. Ihrem Sortiment habe ich es auch zu verdanken, dass ich heute auch wieder zu hochwertiger industriell gefärbter Wolle greife, denn mancher handgefärbte Strang entwickelt seine wahre Schönheit erst dann, wenn er mit etwas unifarbenem kombiniert wird. Auch bei den Projekten, die ich stricke haben sich gewisse Vorlieben herauskristallisiert – bei Tüchern z.B. mag ich am liebsten solche, die man sich lässig um den Hals schlingen kann. Alles was mühsam drapiert werden muss ist nichts für mich. Alles in allem würde ich das Ganze „learning by doing“ nennen – oder auch „Lernen aus Erfahrung“. Und ich bin gespannt, wohin sich das noch entwickelt. 🙂

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